2. Februar 2021
(in MOZ vom 28. 01. 2021, Seite 13)
Die im letzten Absatz des gelungenen Artikels erwähnte kleine Gedenkfeier der Bürgermeisterin von Strausberg hat offensichtlich nicht mehr Worte verdient. Sie sollte ja coronabedingt in kleinem Rahmen stattfinden; Kommunalpolitiker waren auch eingeladen. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der AntifaschistInnen wurde nicht eingeladen. Also veranstalteten wir unsere eigene, kleine Gedenkfeier. Die etwa 20 anwesenden, vorwiegend jungen TeilnehmerInnen, gedachten in würdiger Form der Opfer des Faschismus unmittelbar vor der Veranstaltung der Bürgermeisterin und bildeten anschließend dann die Masse des Publikums für das städtische Gedenken – mit großem Abstand und Maske, entsprechend der Hygienevorschriften. Das hätten wir, offiziell eingeladen, beim Gedenken der Stadt auch so gemacht. Aber so fühlten wir uns etwas ausgegrenzt, also nicht sonderlich erwünscht, wie schon zum Pogromnachtgedenken am 9. November. Dabei wären wir mit einer kleinen Geste, begrenzte Teilnahme von 2 bis 3 Vertretern unserer Vereinigung schon sehr zufrieden gewesen, weil eben beachtet. Unabhängig davon werden wir, wenn sich die Zeiten wieder normalisiert haben, gern der Einladung zu städtischen Gedenkveranstaltungen folgen und auch wieder aktiv an der Gestaltung mitwirken, wenn es gewünscht wird. Gedenken ist unteilbar und wir lassen uns von einer weggelassenen Geste seitens der Stadt auch nicht auseinander dividieren.
Wolfram Wetzig
Kreisvorsitzender VVN-BdA MOL