Tag der OdF 2026 im Gedenken an die Interbrigadist:innen

20. September 2026

Am Sonntag, dem 13. September gedachten ca. 50 Teilnehmende auf Einladung unserer Kreisvereinigung bei einer Gedenkkundgebung am OdF-Ehrenhain in Strausberg der Opfer des Spanischen Bürgerkrieges von 1936-1939.

In seiner Eröffnungsrede betonte der Sprecher des Kreisvorstandes der VVN-BdA, dass sich diese Veranstaltung einfügt in die Reihe der Veranstaltungen in den vergangenen Jahren, auf denen die Schicksale von kleineren, oft weniger beachteter Opfergruppen der nationalsozialistischen Herrschaft in den Mittelpunkt des Gedenkens gestellt wurde.

Gleichzeitig verurteilte er das Bestreben der Berliner Finanzverwaltung, einen neuen Versuch zu starten, der VVN-BdA die Gemeinnützigkeit zu entziehen, weil sie sich zusammen mit einem breiten Bündnis antifaschistischer Kräfte für ein AfD-Verbot einsetzt.

In seiner Gedenkrede stellte das Mitglied im VVN-Kreisverband MOL Ronald Weber die geschichtlichen Bedingungen in der Mitte der 30er Jahre des vergangenen Jahrhundert in Europa und insbesondere in Spanien dar. Er beleuchtete die Hintergründe der Entstehung des Bürgerkrieges in Spanien, die internationale Einflussnahme auf den Verlauf der militärischen Auseinandersetzungen und deren personelle Internationalisierung. Die Parteinahme für die Franco-Faschisten und derer militärischen Unterstützung durch die herrschenden Faschisten in Deutschland und Italien führten zu einer weltweiten Solidaritätswelle unter Antifaschistinnen und Antifaschisten. Diese strömten zu Tausenden nach Spanien, um dem spanischen Volk bei der Verteidigung seiner demokratischen Errungenschaften militärisch zu Seite zu stehen.

Letztendlich scheiterte der gerechte Kampf der spanischen Republikaner und der Internationalen Brigaden nach verlustreichen Kämpfen an der militärischen Übermacht der Putschisten und ihrer faschistischen Verbündeten sowie durch politische Ränkespiele einflussreicher europäischer Staaten, die der gewählten spanischen Regierung durch eine scheinheilige Neutralitätspolitik jegliche Hilfe verweigerten.

Abschließend beleuchtete der Redner den unterschiedlichen Umgang mit den Lehren aus der Geschichte im Nachkriegsdeutschland. Die an der Niederschlagung der Spanischen Republik beteiligten Wehrmachtsangehörigen, vor allem aus den Reihen der Luftwaffe, wurden in der Bundeswehr als Helden verehrt, Kasernen, Jagdfliegergeschwader und andere Einrichtungen trugen bis Ende der 90er Jahre ihre Namen.

In der DDR wurden die Mitglieder der Internationalen Brigaden als Kämpfer gegen den Faschismus entsprechend gewürdigt und geehrt. Nach der Wiedervereinigung mussten die Menschen im Osten mit ansehen, wie ihr Traditionsverständnis an bundesrepublikanische Auffassungen angepasst wurde. Denkmäler wurden entfernt, Straßen und Plätze umbenannt und Rentenzahlungen an Hinterbliebene eingestellt. Erinnerungen wurden getilgt.

Die VVN-BdA stand und steht zum antifaschistische Vermächtnis der Interbrigadistinnen und Interbrigadisten und wahrt ihr Andenken.

Den Toten zur Ehre, den Lebenden zur Mahnung!

Dokumentation der Begrüßung durch Wolfram Wetzig, Sprecher des Kreisvorstands

Dokumentation der Gedenkrede von Ronald Weber (Literaturwissenschaftler und Redakteur)